Hans Hüppi

Lesung                 Jes 35                                      
Evangelium
        
Mt 12,2-11

Liebe Mitchristen
Johannes der Täufer wird für die Menschen in Palästina damals zum Hoffnungszeichen (=Advents- und Weihnachts-Motto unserer Seelsorgeeinheit).

  • Er ruft zur Umkehr auf und hat Jesus am Jordan getauft, als Auftakt zu seinem öffentlichen Wirken.
  • Er war der neue Rufer in der Wüste, in einer damals verunsicherten Zeit (fast wie heute!) Die Menschen sehnten sich nach einer starken Persönlichkeit, die einen guten Weg weisen konnte.
  • Er redete im Auftrag Gottes, wie das Profeten taten, zum Heil fürs ganze Volk, nicht wie Politiker, die mehrheitlich bestimmte Eigeninteressen verfolgen.
  • Er knüpft an die Frohbotschaft des Propheten Jesaja an: «Seid stark, fürchtet euch nicht! Gott kommt als Retter.» Wunderbares wird er bewirken, Ja, eine Freudenbotschaft, passend zum Gaudete-Sonntag (gaudete = freuet euch).

Später aber, als Herodes Johannes ins Gefängnis warf, kommen ihm Zweifel auf: War Jesus doch nicht der schon vor 500 Jahren verheissene Messias? (Damals traten ja ganz Verschiedene mit diesem Anspruch auf.)
War jetzt Jesus der richtige, auf den das Volk schon so lange wartete?
Eine Frage, die heute wieder von vielen gestellt wird, vielleicht etwas variiert: Welche Religion ist die wahre?
Gerade in einer Zeit, wo die Kirche in der Krise ist, wo vermehrt Christen aus den Kirchen austreten (gestern konnte man über 2 Seiten  in der Zeitung lesen), ist die Frage berechtigt:
Wo finden wir heute Heil / Heilung / Hoffnung?
Da bringt es nicht weiter, die verschiedenen Religionen gegeneinander auszuspielen. Denn jede Religion hat ihre Berechtigung! Weil sie alle aus der einen göttlichen Geistkraft geworden sind. Aus dieser Verbundenheit mit Gott leben sie alle. Manchmal merkt man das mehr, manchmal weniger.
Für uns Christen ist gerade die Adventszeit eine wichtig Zeit, um wieder auf die Quelle des Heils zuzugehen. Da gilt es, die Hoffnungszeichen, die Jesus im Evangelium und Jesaja in der Lesung entdecken helfen, selber durch mein eigenes Wirken wieder neu geschehen zu lassen:

  • Bilde sehen lernen, den verengten Blick weiten
  • Lahmen aufstehen helfen
  • Ausgegrenzte anerkennen und in die Mitte zurückholen, wie Jesus es vorgelebt hat
  • Taube zum Zuhören zu bringen, aufeinander hören lernen
  • Leblosen zu neuem Schwung verhelfen
  • und vor allem, allen Menschen die Frohbotschaft Gottes nahebringen.

Wir sind also gefragt!
Wir sollen in die Fussstapfen Jesu steigen, seinem Reich Gottes Raum geben, das Gute und Heilsame tun.
Da hilft es niemandem, aus der Kirche auszutreten.
Auftreten statt austreten ist gefragt!
Das gilt besonders für uns, die wir in der Kirche bleiben. Wir dürfen mit Freude dabeisein (gaudete), uns im Geiste Jesu engagieren zum Wohl der ganzen Welt.
Wir dürfen mit Stolz (nicht mit Überheblichkeit) auf unsern Gott der Liebe vertrauen, unseren Glauben pflegen, gemeinsam Kirche sein und dann auch wieder von Herzen Weihnachten feiern. AMEN