Hans Hüppi

Lesung:            Kol 2,12–14      

Evangelium:     Lk 11, 1-4.9-10.13

 

Liebe Mitchristen!

Natur und Klima präsentieren uns immer mehr den Schuldschein für unser «fortschrittliches» Verhalten.
Unsere Überflussgesellschaft zeigt immer offensichtlicher die Sackgassen, in die wir hinein-manöverieren.

Im Presse-Artikel Linthzeigung vom Samstag, 27. Juli in der Kulturbeilage Seite 11 ist zu lesen:
Luxus der Verschwendung      
Haben sie es gelesen?

  • Tonnenweise werden jährlich neue Kleider, Lebensmittel, Kosmetika vernichtet.
  • Alle 2 Jahre kauft der Schweizer durchschnittlich ein neues Handy
  • 1/3 aller in CH produzierten Lebensmittel werden weggeworfen.  

Da häuft sich eindeutig ein kollektiver Schuldschein an.
Würde der Apostel Paulus solche Fakten heute als Beispiel dafür aufzählen, dass wir tot sind – infolge unserer Sünden?

Ihm ist wichtig, dass Jesus Christus nicht den Tod will, sondern das Leben!

            «durch den Glauben an die Kraft Gottes» will Christus auch uns

            «zum Leben berufen».(V 12)

Die Taufe ist das sichtbare Zeichen dafür, dass auch unsere heutigen Sackgassen nicht das letzte Wort haben sollen:

            Ein für alle mal hat er durch seinen Tod am Kreuz

            unsere Schuldscheine durchgestrichen.

Jesus lehrte Worte, die heilend wirkten.
Sein Gebet – das Vater unser – ist das Einstimmen in lebensfördernde Grundsätze.

In erster Linie ist dieses nachhaltige Gebet Anerkennung, dass nicht wir Menschen die Herren der Schöpfung sind:

  • Gott soll uns als Vater + Mutter heilig sein (geheiligt werde DEIN Name)
  • Sein Reich der Liebe soll in uns aufblühen (DEIN Reich komme)
  • ER soll uns die tägliche Nahrung ermöglichen (Gib uns das tägl. Brot)
  • Gott möge unsere Sünden verzeihen (Vergib uns unsere Schuld)

Und erst jetzt sind wir selber gefragt!
Auch wir Menschen sollen - nach dem Vorbild Gottes - handeln (wie auch wir denen erlassen, die uns etwas schulden).
Die grosse Versuchung ist tatsächlich der Verrat an Gott selber; dass wir den Faden nach oben kappen (und führe uns nicht zum Verrat an dir, Gott).

Und jetzt:      - Hilft solches Beten gegen unsere vielfältigen Sackgassen?

Ich glaube JA! :

  • Es fördert unser Vertrauen in die guten Kräfte des Himmels.
  • Es ermöglicht den Glauben, dass es sich lohnt, gegen alle tod-bringenden Sünden anzukämpfen.

Christliches Beten führt zum Handeln, bewirkt gute Taten, motiviert zum:

 

  • Bitten, dass wir das bekommen, was wir zum Leben brauchen.
  • Suchen, damit wir das Hilfreiche finden.
  • Anklopfen, dass uns gesunde Wege geöffnet werden.

Machen die vielen Jugendlichen, die für eine Umkehr in der Klimadebatte auf die Strasse gehen, nicht genau das, wozu uns Jesus im heutigen Evangelium auffordert?
bittet – sucht – klopft an!

Das Beten:

  • rückt die Welt und ihr Tun in ein gutes, göttliches Licht.
  • ermutigt zu Taten der Umkehr.
  • bestärkt uns, nicht zu verzweifeln,

sondern zu glauben, dass Gott dann auch unsere Schuldscheine zerreissen wird.
Wie sagt es Jesus abschliessend im heutigen Evangelium?:
«Wenn schon ihr, die ihr oft Böses tut, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, um wie viel mehr wird der himmlische Vater denen die Heilige Geistkraft geben, die darum bitten!» (V. 13)               Halleluja!