Hans Hüppi

Lesung:                1 Kor 1,10-13.17

Evangelium:     Mt 4,12-17                                                   

In Jesus Christus verehrte Mitchristen

 

Jesus bricht auf, wird erwachsen und eigenständig. Er verlässt seine Heimatstadt Nazaret, wandert gegen Norden ins verruchte Gebiet von Sebulon und Naftali, an den See Genezareth und wohnt neu in Kafarnaum.So erzählt der Evangelist Matthäus den Auftakt zum öffentlichen Wirken von Jesus aus Nazaret.
Exegeten bezeichnen es als «galiläischen Frühling»:

Jesus gibt die verkommene Welt nicht auf. Vielmehr geht er genau dorthin, wo die Menschen verteufelt werden.

Er will neue Perspektiven der Liebe leben, nicht an heillosen Vorurteilen kleben bleiben. Er setzt nicht auf Abgrenzung und Sich-über-andere-erheben. Nicht auf Isolation und Verdrängen.

Er setzt auf: Ökumene, auf Völkerverständigung, auf das Miteinander, auf Gemeinschaft, auf Communio.

Das ist die alte Verheissung Gottes für Sebulon und Naftali, dass nämlich gerade dort ein Licht aufgehe, wo alle nur Dunkel und Gottlosigkeit sehen.

So wie Johannes der Täufer, setzt auch Jesus auf UMKEHR.

Aber nicht auf Umkehr aus Angst, sondern auf Umkehr als positive Hinwendung zu seinem Gott der Liebe. Die vielfältige Liebe Gottes soll in erster Linie das Dunkel jener Menschen erhellen, die als Ungläubige abgestempelt werden.

Jesus geht zuerst zu den Fremden, zu den Abgründen des Lebens, dorthin, wo sich die damaligen Frommen nicht hinwagen: «Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt», wird Jesus später nachdoppeln.

Wegen diesem Einsatz Jesu für die Menschen am Rand wird er von den Frommen verhöhnt: «Was kann denn aus Galiläa schon Gutes kommen».

Er wird als Idealist, als Gut-Mensch, abgetan.

Heute würde Jesus vielleicht als «Grüner» als Utopist abgestempelt.

 

Auf diesen Jesus lassen wir Christen uns ein. Er ist diese eine göttliche Quelle. Von seiner Frohbotschaft für alle, «die im Schattenreich des Todes wohnen», sind wir heute noch überzeugt.
Überall dort soll das Licht der Liebe Heilung und Leben bringen.

Dort, wo heute keine Hoffnung mehr ist,

wo nur noch Geschäftssinn und Profitdenken ist,

wo die Natur ausgebeutet und belastet wird,

wo die Not schön-geredet und abgestritten wird

dort sollen WIR heute das Licht der Liebe aufleuchten lassen,

damit Krankes heilen kann

damit das Reich Gottes aufblühe

damit die Verheissung Gottes wahr wird

damit auch bei uns wieder Frühling wird. Amen