Bruno Jud

Evangelium:                               Mt 5,38-48

Die Narrenkappe in der Kirche, das scheint nicht zu passen;
Hier ist man ernst, da gibt es nichts zu spassen.
Aber diese Worte – wir haben sie gehört grad eben,
Lieber Jesus! Da scheint mir die Narrenkappe nicht daneben.

Wenn einer mich haut, dann zeige ich ihm auch die andere Backe,
wenn einer das Hemd mir klaut, dann geb’ ich ihm grad noch die Jacke.
Und da ist einer, der will mir links eins knallen,
ein Narr bin ich, ich lass mir das einfach gefallen.

Also: wenn einer mir in die Stube einbricht,
dann geb’ ihm auch noch das Auto und verweigere es nicht.
Ja, dann soll er doch haben diesen Karren,
Wenn wir so handeln, sind wir doch alles Narren.

Dann soll ich auch noch meine Feinde lieben,
gut sein nicht nur zu den Braven, nein auch zu den Dieben.
wenn ich so lebe, meine lieber Gott,
dann ernte ich hier doch nur Hohn und Spott!

Doch wenn ich’s bedenke: ist das nicht ein Wahn:
Aug’ um Auge, Zahn um Zahn?
Hau schnell zurück, sonst bist du dran,
soo  gehen wir doch an die Sachen ran.

Schau in die Welt und du wirst es sehn’
so kann es doch nicht weiter gehn‘,
keiner gibt auf den andern acht,
jeder ist nur auf seinen eignen Vorteil bedacht.

Schon der Kleinste sagt: Ich zuerst!
und auch der Grösste ruft: America first!
Im Kleinen wie im Grossen ein Gerangel
Jeder will alles, nur kein Mangel!

So beginnt man mit kleinen wie auch mit grossen Kriegen,
man bleibt weit entfernt von jedem Frieden.
Wem das schadet, das bleibt ausser acht,
Hauptsache ich behalte meine Macht.

Du haust auf mich, ich hau zurück,
alles geht kaputt, Stück um Stück.
Wenn das so weiter geht, merkt es jedes Kind,
dass wir doch letztlich alle Narren sind.

Ein Narr bin ich also, wenn ich meine Feinde hasse,
ein Narr bin ich auch, wenn ich mir alles gefallen lasse.
Lieber Jesus, die Sache ist doch sehr verzwickt,
was ich auch tue, ich bin mit beiden Seiten verstrickt.

Was ich auch tue, leicht geht es daneben,
ein Kreuz ist es mit dem Gutsein in diesem Leben.
Das Kreuz, lieber Jesus, hast du erlebt und auch den Hass,
Das ist dein Weg – und hier endet auch der Spass.

Ist es jetzt nicht an der Zeit, diese Narrenkappe abzulegen?
Wenn ich an dein Kreuz denke, ist sie eh daneben.
Ich denk an Krieg und Leid und stell mir das vor,
da vergeht mir doch wirklich gleich der Humor.

Bei uns soll die Regel der Liebe gelten,
Böses sollen wir mit Gutem vergelten.
Christus hat uns das vorgemacht,
und das hat ihn ans Kreuz gebracht.

Auch wenn das schmerzt, sollen wir es machen.
Ja, das Christsein ist ernst, da gibt’s nichts zu lachen.
Doch, ich Narr, ich habe vergessen:
nur drei Tag ist Christus im Grab gesessen.

Für uns ist er aus dem Grab gesprungen,
uns zur Freude hat er den Tod bezwungen.
Ich trage diese Fasnachtskappe auch als Christ
Denn diese Botschaft ist doch keineswegs nur trist.

Den Humor, den wir verbreiten ist eine Kraft,
die dem Guten im Leben Luft verschafft.
Ja so mache ich es im Leben richtig,
Glaube und Humor sind dazu wichtig.

Frohes und Gutes will ich ins Leben pflanzen,
oft scheint es zwar närrisch im Grossen und Ganzen.
Vieles kann ich hier und da zum Guten wenden,
drum will ich jetzt mit diesem Sprichwort enden:

SIEH DAS GUTE IM ANDERN
HÖRE DAS GUTE VOM ANDERN
ERZÄHLE DAS GUTE VOM ANDERN
TU DAS GUTE DEM ANDERN
DANN WIRD DAS GUTE WEITERWANDERN.

Hellau!