«SchöpfungsZeit» – Herbstzeit als Zeit des Erntedankes

Der Monat September gilt als «SchöpfungsZeit». Viele Kirchen feiern dann Erntedankgottesdienste, wie es auch in unseren Pfarreien der Fall ist. Der 1. September gilt bei den orthodoxen Kirchen als Tag der Schöpfung. Die katholische Kirche begeht den 1. September als Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung und der 4. Oktober ist der Gedenktag des Franz von Assisi und Welttiertag. Dazwischen liegt die SchöpfungsZeit – sie schliesst damit den Bettag und das Erntedankfest mit ein. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz empfiehlt, vom 1. September bis zum 4. Oktober in allen Kirchen der Schweiz ein Gebet für die Schöpfung zu halten.

Verein oeku

Rund 600 Kirchgemeinden, kirchliche Organisationen und Einzelpersonen sind Mitglieder des Vereins «oeku Kirche und Umwelt», der 1986 gegründet wurde. Heute ist die oeku von der Schweizer Bischofskonferenz und der Evangelisch-
reformierten Kirche Schweiz als Beratungsorgan für ökologische Fragen anerkannt. Der ökumenische Verein wird von
einem ehrenamtlichen Vorstand geführt und verfügt über eine eigene Fachstelle in Bern.
Der Verein «oeku Kirche und Umwelt» empfiehlt den Schweizer Kirchgemeinden, während der diesjährigen
SchöpfungsZeit den Sehsinn mit dem Slogan «Und siehe, es war sehr gut» zu thematisieren. Dies geschieht im Rahmen
einer mehrjährigen Reihe zu den fünf Sinnen. Der Sehsinn, den wir unseren Augen verdanken, ist ein Wunderwerk der
Natur. Rund achtzig Prozent aller Informationen aus der Umwelt nehmen wir durch den Sehsinn auf. Wie wichtig die 
Augen für unser Leben sind, begreifen vermutlich nur diejenigen wirklich, denen das Augenlicht fehlt. Um den Sehsinn
geht es in vielen biblischen Geschichten. Gott selbst nimmt die Schöpfung als sehr gut wahr (Gen 1,31) – zumindest
unmittelbar nach der Erschaffung der Welt. Und Gott sieht bis hinein in den Mutterleib. «Noch bevor ich geboren war,
sahen mich deine Augen», schreibt ein Psalmist (Ps 139,16). Wer das Wunder der Schöpfung sieht, sieht unweigerlich auch deren Zerstörung durch uns Menschen – in der Abnahme der Biodiversität, der Zersiedelung der Landschaft und der sich zuspitzenden Klimakrise. Schönheit und Leid der Schöpfung wahrzunehmen und für ihren Fortbestand einzutreten sind die Ziele der unter dem Thema «Sehsinn» stehenden SchöpfungsZeit.

Erntedankgottesdienste

Sonntag, 20. September
9.00 Uhr
Pfarrkirche Schmerikon und Pfarrkirche Rieden
10.30 Uhr
Stadtkirche Uznach, Pfarrkirche Ernetschwil und Pfarrkirche Gommiswald


Mit inneren Augen staunen lernen

Mit welchen Augen sehen wir die Welt?

Der erste Impulsabend zu den sieben christlichen Updates unter der Überschrift «Glaubenssache» wirft die ebengenannte Frage auf. Geplant waren im März drei und im Herbst vier Abende zu Glaubensthemen mit Impulsen und Gesprächsanregungen, welche den Glauben im Sinn eines Updates zu vertiefen helfen. Schliesslich konnte aufgrund des Lockdowns nur der erste Abend stattfinden. Die sechs weiteren Abende sollen nun aber im Oktober und November durchgeführt werden. Hier eine inhaltliche Zusammenfassung des ersten Abends als Nachbereitung für die Teilnehmenden und zum «Gluschtigmachen» für jene, die neu einsteigen möchten. Nach wie vor gilt, dass die Abende auch einzeln besucht werden können.


Blau als die Farbe der Welt und der unendlichen Weite Gottes

Jeder Kursabend trägt eine eigene Farbe, bis schliesslich mit allen Farben zusammen ein Regenbogen entsteht. So stand der erste Abend im Zeichen der Farbe «blau». Einerseits weil besonders über den «blauen Planeten» nachgedacht wurde, aber auch, weil «blau» symbolisch zugleich Tiefe und unendliche Weite ausdrückt und so für das Göttliche steht. Betrachtet man einen Regenbogen, so kann man ihn mit verschiedenen Augen sehen. Wenn wir ihn mit den Augen der Naturwissenschaft anschauen, sehen wir ein optisches Phänomen, das darauf beruht, dass Regentropfen das Sonnenlicht in die Spektralfarben zerlegen und in bestimmten Winkeln reflektieren. Wenn wir den Regenbogen mit den Augen der Religion staunend beobachten und voraussetzen, dass es hinter, über oder jenseits unserer Welt, die Welt des Göttlichen gibt, können wir den Regenbogen auch als eine Verbindung zwischen der Welt der Menschen und der Welt des Göttlichen sehen. Beide Sichtweisen gehörten in der Menschheitsgeschichte lange zusammen. In der Moderne wurden sie in einem Denken des «Entwederoder» voneinander getrennt. Die Vorstellung eines «Sowohl­als­auch» hatte keinen Platz. Das gilt es, neu zu lernen.

Welt als «wunderbare» Schöpfung sehen

Die religiösen Erzählungen von der Entstehung der Welt wollen Ausdruck des religiösen Blicks auf die Welt sein. Es geht in ihnen nicht um naturwissenschaftliche Vorgänge, sondern um die Fragen nach dem tieferen Sinn, welche die naturwissenschaftliche Sicht ergänzen: «Wie kommt es, dass es überhaupt diese Erde gibt? Wie kommt es, dass es nicht nur Tiere, sondern auch den Menschen gibt? Was für ein tieferer Sinn ist dahinter?» Diese Fragen sind uralt. Und sie sind hochaktuell. Sie laden dazu ein, sich persönlich zu fragen, was einem selbst hilft, über diese Welt und das Leben nicht nur möglichst viel zu wissen, sondern auch zu staunen und dabei den Glauben zu entdecken, dass es über das Sichtbare hinaus etwas gibt, das wir Gott nennen.

Wiederaufnahme der Updates

Unter der Überschrift «Glaubenssache – christliche Updates» werden sechs Abende zu Glaubensthemen mit Impulsen und Gesprächsanregungen stattfinden, welche den Glauben im Sinn eines Updates zu vertiefen helfen. Hier die Grundsätze:

1. Glaubenssache richtet sich an alle und setzt keinerlei V orbildung voraus. Jeder Abend schliesst zwei kurze Impulsreferate ein, die viel Platz für eigenes Weiterdenken, für Fragen und Gespräche offen lassen.

2. Jedes Kernthema wird anhand eines Bibeltextes erschlossen und stützt sich darüber hinaus auf biblische Erfahrungen und Erzählungen ab. Alle biblischen Texte werden zeitgemäss und theologisch sorgfältig gedeutet.

3. Die Kernthemen sind fokussiert auf die existenzielle Bedeutung für das eigene Leben und den Glauben.

4. Updates verzichten auf theologische Dispute, sind aber dem aktuellen Stand christlicher Theologie verpflichtet.

Die Abende finden im Begegnungszentrum Uznach jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr statt:

Dienstag, 20. Oktober
Thema:  Greift Gott in die Geschichte ein?
Leitung: Edi Amstutz

Dienstag, 27. Oktober
Thema:  Leiden – Warum und wozu?
Leitung: Jürg Wüst

Dienstag, 3. November
Thema:  Mit Jesus auf das Leben anstossen!
Leitung: Roger Oesch

Dienstag, 10. November
Thema:  Der Tod hat nicht das letzte Wort!
Leitung: Michael Pfiffner

Dienstag, 17. November
Thema:  Wozu ist die Kirche gut?
Leitung: Annette Winter

Dienstag, 24. November
Thema:  Wessen Geist durchweht die Welt?
Leitung: Jürg Wüst

Auskünfte und Anmeldung – bitte bis jeweils am Freitag vorher: Sekretariat Seelsorgeeinheit, ✆ 055 536 11 19, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Informationen: glaubenssache.ch «Glaubenssache» ist ein Kurskonzept von theologiekurse.ch und der Bibelpastoralen Arbeitsstelle, Zürich.